Kurzempfehlung
T. C. Boyle: Wassermusik
Empfehlung aus der Redaktion (von WERNER KÖHLER)
Wenn das Wort „Schmöker“ je in einem positiven Zusammenhang gebraucht werden sollte, dann bitte hier. Wie unendlich angenehm ist es, sich einem Autor anzuvertrauen, der bedingungslos seiner Phantasie folgt – mehr jedenfalls als den Fakten, die ihm die Geschichte aufgibt. In Zeiten, in denen jedes Werk gnadenlos auf Plausibilität und Authentizität abgeklopft wird, ist dieses Buch schon fast wieder revolutionär zu nennen. Wie formuliert Boyle selbst so treffend: „Wo immer die historischen Tatsachen den Bedürfnissen meiner Phantasie Barrieren bauten, habe ich sie, in vollem Wissen und reinstem Gewissen, in einer Weise umgestaltet, die meinen Absichten entsprach.“
Herausgekommen ist ein Roman von grandioser Fabulierwut. Wild, versponnen bis verrückt, ungestüm und überraschend. Wahrhaft meisterhafte Unterhaltung.

