Wenige Tätigkeiten sind dem Lesen und Schreiben so verwandt wie das Reisen. Man bricht auf, eignet sich die Welt auf dem Weg der Einfühlung an und hat am Ende das eigene Innere bereist. Die Gala sei also dem Reisen gewidmet, dem Reisen durch Zimmer und Kontinente, durch Wüsten und Metropolen und zu den entlegensten Inseln, dem historischen und dem modernen Reisen. Das literarische Reisen hat nicht nur geholfen, die Welt zu erschließen, sie zugänglich zu machen, es hat geholfen, im Fremden das Vertraute zur Erscheinung zu bringen und es der Erfahrung zu überstellen.
Die Gala bestreiten u. a. Raoul Schrott, Judith Schalansky, Dietmar Wischmeyer, Daniel Schwartz, Carolin Emcke, Maria Schrader, Matthias Brandt.
Dieser Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht.
Roger Willemsen, geboren 1955, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Bonn, Florenz, München und Wien. 1991 kam er zum Fernsehen, wo er vor allem Interview- und Kultursendungen moderierte und Dokumentarfilme produzierte. Er führte über zweitausend Interviews und drehte zahlreiche Künstler-Porträts. Zu seinen Büchern zählen u.a »Der Knacks«, »Deutschlandreise«, »Gute Tage«, »Kleine Lichter« und »Afghanische Reise«. Foto: © Jörg Steinmetz
Raoul Schrott, 1964 geboren, aufgewachsen in Tunis und Landeck/Österreich, lebt heute in Irland. Er studierte Literatur und Sprachwissenschaft in Innsbruck, Norwich, Paris und Berlin. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Mainzer Stadtschreiber-Preis und den Joseph-Breitbach-Preis (beide 2004). Foto: © Peter-Andreas Hassiepen
Judith Schalansky wurde 1980 in Greifswald geboren und studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign in Berlin und Potsdam. Sie lebt heute als freie Autorin und Gestalterin in Berlin und lehrt in Potsdam Typografische Grundlagen. 2006 veröffentlichte sie ihr typografisches Kompendium »Fraktur mon Amour«, das mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet wurde. Ihr literarisches Debüt, der Matrosenroman „Blau steht dir nicht“ erschien 2008 bei mare, wo auch im Herbst 2009 ihr „Atlas der abgelegenen Inseln“ herauskam. Ende 2009 ist sie Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles. Foto: © Petra Kossmann
Dietmar Wischmeyer wurde 1957 in Oberholsten/Wiehengebirge geboren. Er kreierte bei Frühstyxradio seit 1988 die Figuren „Der Kleine Tierfreund“, „Frieda und Anneliese“, „Günther, der Treckerfahrer“ und die „Bekloppten und Bescheuerten“. Er hat mehrere Bücher und Tonträger veröffentlicht. Foto: © Lappan Verlag
Daniel Schwartz wurde 1955 in Olten geboren. Er studierte an der Schule für Gestaltung in Zürich. Seit 1980 arbeitet er als freier Fotograf. Er war redaktioneller Mitarbeiter der Kulturzeitschrift du (1990-2005) und hatte zahlreiche Einzelausstellungen. Vor dem Hintergrund der Historie befassen sich seine Bücher mit politische Entwicklungen und deren soziale Auswirkungen, zuletzt in Zentralasien und Afghanistan. Resultat dieser Arbeit (1995-2007) sind die beiden Bücher Schnee in Samarkand. Ein Reisebericht aus dreitausend Jahren (Eichborn, Frankfurt, 2008) und das Künstlerbuch Travelling through the Eye of History (Thames & Hudson, London 2009). Schwartz’s bekannteste Arbeit ist The Great Wall of China (1991) Foto: © Navid Kermani
Carolin Emcke, geb. 1967, studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und Harvard; Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes; Promotion in Philosophie über den Begriff "Kollektiver Identitäten", von 1998 - 2006 war sie Redakteurin beim "Spiegel" und als Auslandsredakteurin in vielen Krisengebieten unterwegs. 2003/2004 war Carolin Emcke Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University ; seit der Spielzeit 2004/2005 Moderation der monatlichen Diskussionsveranstaltung "Streitraum" an der Schaubühne Berlin. Seit 2007 arbeitet Carolin Emcke als Publizistin und internationale Reporterin. Foto: © Sebastian Bolesch
Maria Schrader wurde in Hannover geboren, spielte schon als Schülerin am Staatstheater Hannover und studierte danach am Max Reinhardt Seminar in Wien. Nach einigen Theterarbeiten schrieb und drehte sie gemeinsam mit Dani Levy etliche Filme bis auch andere Regisseure auf sie aufmerksam wurden. Sie war u.a. in "I was on Mars", "Stille Nacht", "Keiner liebt mich","Aimee und Jaguar" und "Rosenstrasse" zu sehen und wurde für ihre schauspielerischen Leistungen vielfach ausgezeichnet, u.a. zweimal mit dem Bayerischen und dem deutschen Filmpreis sowie dem Silbernen Bären. Unter ihrer Regie entstand der Film "Liebesleben", der auf dem gleichnamigen Roman von Zeruya Shalev basiert und 2007 in die deutschen Kinos kam.
Foto Copyright: Christine Fenzl
Der im südafrikanischen Durban geborene Violinist zog mit seinen Eltern über Paris nach England, wo er die Royal Academy of Music in London besuchte. Daniel Hope gilt als Ausnahmekünstler und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, 2009 erhielt er bereits zum fünften Mal den renommierten "Echo Klassik". Der Geigenvirtuose war von 2002 bis 2008 Mitglied des Beaux Arts Trios, das erfolgreiche Ensemble trennte sich 2008. Der Musiker arbeitete mit zahlreichen zeitgenössischen Komponisten zusammen und spielt weltweit mit den bekanntesten Dirigenten und Orchestern, darunter das BBC Symphony Orchestra. Nach der Veröffentlichung seines ersten Buches "Familienstücke: eine Spurensuche", ist nun ein weiteres Werk erschienen. "Wann darf ich klatschen?" ist ein amüsanter Wegweiser für Konzertgänger. Foto: © Harald Hoffmann/ Deutsche Grammophon Gesellschaft